Bananenexpress

 

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Die Schlagzeile in der OP vom 23.05.02:

Bananenexpress bleibt Dietzenbach erhalten

DB Cargo bedient Industriegleis weiterhin / Gieseler will Umschlagplatz aufbauen

Die Bahn hatte einen Weiterbetrieb an die Bedingung geknüpft, dass das Volumen der Güter erhöht werden müsse. Nachdem die Fa. Hameico und die Stadt Dietzenbach einen privaten Bahn-Anbieter zur Hand hatten, kam die DB Cargo in Zugzwang. Gieseler kontaktierte weitere Betriebe und die Idee stieß bei den Firmen, z.B. der Rewe-Gruppe auf offene Ohren. Die Firma Hameico beabsichtigt, die Bananenreife-Kapazität zu vergrößern; dem Standort Dietzenbach solle eine überregionale Bedeutung zukommen. Das heutige Liefergebiet liege zwischen Kassel, Stuttgart, Würzburg und Bingen und es wird die "Pole-Position" angepeilt.

Die Abzweigung vom Hauptgleis (links) ins
Industriegebiet Steinberg (rechts). Die Umstellung
erfolgt noch mit einer mechanischen Weiche.
Blick in die entgegen gesetzte Richtung nach Dietzenbach-Mitte. Der Bananenexpress ist umgestellt und fährt auf dem Industriegleis.
Der Bananenexpress auf dem Industriegleis in Höhe der Firma Portas. Im Industriegebiet: Der Bananenexpress fährt die Waggon rückwärts auf das Gelände der Bananenreiferei Früchte-Großhandel Hameico.

Im Oktober hörte ich davon, dass Mitte Dezember 2001 der Bananenzug zum letzten Mal fahren soll. Die Aussagen sind nicht eindeutig. In einem Bericht in der Offenbach Post vom 8.11.2001 (von Frau Sonja Thelen) ist zu lesen:

DB Cargo will Industriegleis ab Juni 2002 nicht mehr bedienen / Früchte-Großhandel Hameico fürchtet um Standort.

Die DB Cargo plant, das Gleis, das ins Steinberger Industriegebiet führt, im Laufe des nächsten Jahres aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht mehr zu bedienen. Betroffen wäre vor allem der Früchte-Großhandel Hameico, der jeden Tag über die Gleise Waggons voll mit Bananen transportiert. Wird das Gleis nicht mehr befahren, rechnet Hameico damit, den Standort Dietzenbach aufgeben zu müssen. Bürgermeister Gieseler hat sich mittlerweile eingeschaltet, um die DB dazu zu bewegen, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

... Von den Plantagen in warmen Gefilden mit dem Schiff ins kalte Nordeuropa, um in den Nordseehäfen oder im belgischen Antwerpen auf Züge verladen zu werden, die wiederum die Bananenreifeanlage des Früchte-Großhandel Hameico in Dietzenbach ansteuern. Doch für den Rest des Weges des Bananen-Transporters auf den Schienen zwischen Frankfurt-Ost und Dietzenbach bahnt sich ein Problem an. Die für den Güter-Verkehr zuständige DB Cargo plant, die "Güterverkehrsstelle" ins Steinberger Industriegebiet von Ende Juni 2002 an aus Kostengründen nicht mehr zu bedienen...

25 Waggons, von denen jeder einzelne im Durchschnitt mit 26 Tonnen Bananen beladen ist, kommen jede Woche nach Dietzenbach. Nach Darstellung von Bernfried Kuhnke ist die gelbe Frucht "besser für den Schienentransport geeignet". Daher habe der Großhandel sein Bananen-Transportwesen komplett auf den Schienenverkehr ausgerichtet. Die fruchtige Fracht auf der Straße zu befördern, käme laut Kuhnke Hameico deutlich teurer. Die Personalkosten für ein Mehr an Lastwagenfahrern wären höher. Zudem könne ein LKW maximal 24 Tonnen Bananen transportieren - also weniger als die durchschnittliche Last eines einzelnen Güterwaggons. "Außerdem bevorzugen wir die Bahn aus ökologischen Gründen und wollen zusätzlichen Schienenverkehr auf der Straße vermeiden", sagte Kuhnke.

Jedoch rechnet sich für die DB Cargo das Geschäft mit der "Güterverkehrsstelle" nach Dietzenbach derzeit überhaupt nicht. Denn Hameico ist der einzige Kunde der Bahn im Steinberger Industriegebiet, obwohl insgesamt sechs Unternehmen einen Gleisanschluss haben. Gerade mal ein Zug mit etwa fünf Waggons fährt pro Tag in das Industriegebiet und verlässt es nach dem Entladen der Bananen wieder, erläutert Bahn-Pressesprecher Gelfo Kröger.