Historie

 

Zurück
Kursbücher

Am 30.10.1996 wurde die Rodgau-Bahn 100 Jahre alt. Die Rodgau-Bahn war ursprünglich die Eisenbahnlinie Offenbach-Dieburg-Reinheim.

Seit über 30 Jahren warten die Rodgauer darauf, dass die Eisenbahnlinie zur S-Bahn elektrifiziert wird. Im Dezember 2003 soll es soweit sein: Die S-Bahn fährt.

Lesen Sie hier Auszüge (original Schreibweise) aus 
"Nebenbahnen in Starkenburg" von 1882:

XIII. Nebenbahn Offenbach-Dieburg-Reinheim
A. Erläuterungsbericht

Allgemeines. Bei der Wahl der Richtung der Bahn von Offenbach nach Dieburg bzw. Reinheim ist in erster Linie berücksichtigt worden, die zahlreich bevölkerten Orte im Süden Offenbachs, deren Bewohner zum großen Theile in Offenbach und Frankfurt in Fabriken, bei Bauten usw. beschäftigt sind, oder daselbst ihre Producte auf den Markt bringen, mit diesen Städten auf die möglichst einfache und  leichte Art und Weise in Verbindung zu bringen. Außerdem sollte die Gegend auch nach Süden, insbesondere nach Darmstadt hin einen kürzeren Weg und zugleich eine Verbindung mit der Nebenbahn Reinheim-Reichelsheim, bzw. mit dem Odenwald erhalten.
Da in der geraden Richtung zwischen Offenbach und Dieburg, bzw. zwischen Heusenstamm und Ober-Roden auf eine Entfernung von ca. 11 km nur Dietzenbach und der Pateshäuser Hof liegen, so ist die Bahn, weil auch eine Bahnverbindung von Ober-Roden über Urberach, Offenthal, Götzenhain, Dreieichenhain und Sprendlingen nach Isenburg bzw. Frankfurt geplant wird, von Heusenstamm nach Obertshausen und von hier durch das Rodgau nach Ober-Roden, sodann über Eppertshausen, Münster, Dieburg, Groß-Zimmern uns Spachbrücken nach Reinheim projectiert worden.
Der Ort Bieber kann, da er nur 3 km von Offenbach entfernt liegt und nur auf Umwegen, das zwischen ihm und Offenbach liegenden Höhenrückens wegen, zu erreichen wäre, außer Acht gelassen werden.
Tracirung. Nach dem früher von dem Komité für Erbauung einer Bahn von Offenbach nach Dieburg vorgelegten Project sollte die Linie von der Tempelseemühle aus auf der sog. Hainer Straße entlang geführt werden, um den sehr theuren Grunderwerb in der Nähe Offenbachs zu vermeiden. Die Bahn mündete danach senkrecht auf die Geleise der Frankfurt-Bebraer Bahn, auf eine Drehscheibe auslaufend. Dadurch wären Transporte von Gegenständen, für welche 2 Wagen bzw. besonders lange Wagen nötig sind, wie Schienen, Träger, Langholz von und nach der Frankfurt-Bebraer Bahn ausgeschlossen; auch würde die Ueberführung gewöhnlicher Wagen mittels der Drehscheibe sehr zeitraubend und kostspielig werden. Es erscheint daher eine directe Verbindung mit der Hauptbahn mittels Weichen erwünscht und möchte es sich trotz der höheren Kosten für den Grunderwerb empfehlen, einen besonderen Bahnkörper herzustellen und die Verbindung der Nebenbahn mit dem Geleise des Bahnhofs Offenbach durch Weichen zu bewirken.
Der Bahnhof Offenbach, als Ausgangspunkt der Bahn, ist südlich direct neben dem Hauptbahnhof in der Nähe der Sprendlinger Chaussee projectirt, so daß sich ein Gleisanschluß leicht herstellen läßt. Die Linie geht sofort mittelst einer Kurve in die südliche Richtung über, um auf geradem Weg an die Tempelseemühle zu gelangen, woselbst ein Haltepunkt vorgesehen ist. Von letzterer könnte ein Gleisanschluß an die dortige Zementfabrik leicht hergestellt werden. Im weitern Verlaufe tritt die Linie in den Wald ein, steigt an dem Gehänge in die Höhe und gelangt nach Durchfahrung des Ortes Heusenstamm und Ueberschreitung des Bieberbaches in die bei km 6,9 gegenüber dem Friedhofe projectirte Haltestelle Heusenstamm. Einer speciellen Bearbeitung muß es vorbehalten bleiben, ob sich noch ein geeigneter Platz für die Haltestelle finden läßt. Von hier aus zieht die Linie ohne alle Schwierigkeiten direct nach Obertshausen, wo die Haltestelle in für den Ort sehr günstiger Lage bei km 9,6 in Aussicht genommen wird. Im weiteren Verlauf der Linie wird bei km 13,0 die Haltestelle Weißkirchen-Hainhausen errichtet, welche so gelegt ist, daß beide Orte dahin annähernd die gleiche Entfernung haben.  Nunmehr an Hainhausen westlich vorbeiführend, schlägt die Bahn eine südliche Richtung ein, erhält bei km 15,8 und 17,2 Haltestellen Jügesheim und Dudenhofen in möglichster Nähe dieser Orte und wendet sich dann westlich nach Nieder-Roden - wo an der Nordseite des Ortes die Haltestelle angelegt werden soll - und weiter mit Ueberschreitung des Rodaubaches nach der südlich des Ortes projectirten Haltestelle Ober-Roden, von welcher sich ein Anschluß einer ev. über Urberach nach Sprendlingen oder Isenburg zu erbauenden Bahn leicht herstellen läßt. Weiterhin führt die Bahn - wieder eine südliche Richtung einschlagend - in gerader Linie, im Walde sich neben den Bicinalweg legend, nach Eppertshausen, woselbst die Haltestelle nordwestlich des Ortes an der Chausse nach Langen vorgesehen ist...
Länge der Bahnlinie. Die Länge der Bahn vom Ausgangspunkt gegenüber Mitte Stationsgebäude des Hauptbahnhofs in Offenbach bis Bahnhof Dieburg beträt 31,1 km, diejenige der ganzen Linie von Offenbach  bis zum Ende in Reinheim (Mitte des Stationsgebäudes) 41 km, während die Verbindungsbahn bei Dieburg eine Baulänge von 1200m erhält.
Die gesammte Baulänge ergibt sich daher zu 42,20 km.
Steigungsverhältnisse. Das Planum liegt am Ausgangspunkt in Offenbach, entsprechend der Höhenlage der Hauptbahn, auf 103,80, dagegen in Reinheim auf 165,80 m über N.N.; es ist demnach eine absolute Höhe von 63,00 m zu ersteigen. Durch die Lage der Haltestelle Heusenstamm auf 124,00, der tiefsten Stelle der Bahn zwischen Obertshausen und Weißkirchen auf 118,50, der Haltestelle Ober-Roden auf 141,00, Münster auf 135,80, Bahnüberführung bei Dieburg auf 149,60 und des Bahnhofs Dieburg auf 142,20 ergibt sich die Gesamtsteigung zu 79,80 m, daher ein verlorenes Gefälle von 17,80 m.

Titel IX. Bahnhöfe und Haltestellen.

Als Haltestellen bezw. Bahnhöfen sind vorgesehen:

1. Bahnhof Offenbach
2. Haltepunkt Tempelseemühle
3. Haltestelle Heusenstamm
4. Haltestelle Obertshausen
5. Haltestelle Weiskirchen-Hainhausen
6. Haltestelle Jügesheim
7. Haltestelle Dudenhofen
8. Haltestelle Nieder-Roden
9. Haltestelle Ober-Roden
10. Haltestelle Eppertshausen
11. Haltestelle Münster
12. Bahnhof Dieburg
13. Haltestelle Groß-Zimmern
14. Haltepunkt Spachbrücken-Habitzheim
15. Bahnhof Reinheim

Titel XIII. Betriebsmittel

 

 

   

 

Home ] Kursbücher ]

Senden Sie E-Mails mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: webmaster@rodgau-bahn.de 
Copyright © 2001 Hans-Peter Fuchs
Stand: 14. Juni 2002