Industriegleis

 

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In Rodgau - Nieder Roden gibt es auf der Strecke 3661 das einzige Industriegleis.

Die Herren Bernd Ott und Heribert Rink von der Stadt Rodgau lieferten mir folgende Informationen über das Industriegleis: 

§           Der Vertrag zwischen der damalig selbstständigen Gemeinde Nieder-Roden und der Bahn zur Herstellung eines Gleisanschlusses (Industriestammgleis) wurde im September 1970 geschlossen

§           Die Fertigstellung des Gleises war 1973

§           Die Länge des Gleises betrug 1.630 Meter (später im Bereich der IBM für den Parkplatz geringfügig zurückgebaut)

§           Die Gesamtkosten (Gleisanlage, Signalanlage und Grunderwerb) beliefen sich auf rund 1,5 Mio. DM.

§           Eigentümer des Gleises ist die Stadt Rodgau - Eigentümer der Anschlussweiche ist die Bahn

§           Nutzer des Gleises waren die Firmen:

            -  IBM Deutschland GmbH (von 1973 bis 1985)

            -  Bosch GmbH (von 1973 bis 1988)

           -  Schünke - Spedition (von 1988 bis 2002)

§           Im Zeitraum zwischen 1988 und 2000 wurden durchschnittlich 1.280 Waggons pro Jahr über das Industriestammgleis befördert

§           Im gleichen Zeitraum hat die Stadt Rodgau für das Industriestammgleis rund 15.000 € pro Jahr an Ausgaben getätigt und rund 9.000 € an Einnahmen verzeichnet

§           Derzeit ist kein Nutzer für das Industriestammgleis vor Ort

§           Die Zukunft des Industriestammgleises ist derzeit völlig ungewiss


Am 16. Oktober 2003 entstanden diese Fotos:

Bei KM 19,0 befindet sich die Weiche ins Industriegebiet Rodgau - Nieder Roden. Blick von der Brücke der L 3097 zwischen Nieder-Roden und Rollwald zum Gleis. Von hier aus folgen wir dem Industriegleis bis zum Ende.
Der mit Lichtzeichenanlage gesicherte BÜ Marie-Curie-Straße. Auf der Brücke der Rodau herrscht eine  Geschwindigkeitsbeschränkung von 10 km/h.
Kurz dahinter befinden sich zwei Gleise, mit manueller Weiche ... ... welche die Möglichkeit bieten würde, Waggons abzustellen.
Vor dem BÜ Benzstraße. Auch dieser ist mit Lichtzeichenanlage gesichert. Die Weichenanlage kurz hinter dem BÜ Benzstraße. Ich folge den Gleisen von links nach rechts:
Links das Tor zur Lagerhalle einer Spedition. Aktueller Mieter ist die Firma Müller Logistics Operating GmbH. Am Eingangstor der Geländezufahrt befindet sich diese Tafel. Ein potentieller Interessent hätte hier einen direkten Gleisanschluss.
Aufgrund der alten deutschen Rechtschreibung (Gleisanschluß) vermute ich, dass die Tafel schon eine Weile steht.
Das mittlere Gleis endet an diesem Prellbock, obwohl die Gleise noch über die Behringstraße hinaus gehen. Auf der Einfahrtstraße (Peter-Weigler-Straße) zur Firma Pepsi verlaufen noch etwa 75 m Gleis, auf Pepsi-Firmengelände. Hier existiert keine Rampe.
Gleich nach der Weichenanlage nach rechts befindet sich ein weiterer Prellbock. Dahinter liegen einige alte Holzschwellen. Etwa 150m weiter enden die Gleise vor der Straße, welche die Zufahrt zu den Parkplätzen der Firma Geodis Logistics ermöglicht. Rechts hinten das Firmengelände der Firma IBM.
Die Schienen des Industriegleises sind großteils im Jahr 1934 hergestellt. Die Steuerung der Lichtzeichenanlage vor dem BÜ Marie-Curie-Straße.


Zusammengefasst gibt es für das Industriegleis aktuell zwei direkte Gleisanschlüsse an Firmengelände. Eines davon ist zu vermieten, das andere auf dem Firmengelände der Firma Pepsi. Die gesamte Gleisanlage mit den Weichen scheint in gutem Zustand zu sein. Im Bereich der Marie-Curie-Straße könnte eine Firma neue Gebäude mit neuem Gleisanschluss realisieren.

Ich kann mich den Aussagen der beiden Herren über die Zukunft des Industriegleises nur anschließen: die Zukunft ist ungewiss.

Wenn Sie Fotos vom Bau oder vom Betrieb des Industriegleises haben, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung: Mail an Hans-Peter Fuchs.