Stellwerk OSF

 

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Wieder durfte ich das Stellwerk OSF am 15.1.2004 besuchen.

An einem ruhigen Sonntag Nachmittag besuchte ich wieder das Stellwerk OSF. Am Bedienplatz 1 sitzt wieder Herr Rieger. Den Reisenden ist der FDL Herr Gerlach vom Bahnhof Weiskirchen bekannt.

Vielen Dank, dass ich an dem Nachmittag dem Betrieb zusehen durfte. Es war für mich wieder sehr interessant.
Das Telefon vom Digitalen Zugfunk GSM-R.
Die Software wurde den Anforderungen mehrfach angepasst und nun passt es. In dieser Darstellung ist oben die Strecke von Obertshausen nach Rollwald zu sehen. Ganz rechts der BÜ Kleemann. Darunter ist links der BÜ Bruchwiese zu sehen, dann folgt Ober Roden und rechts die Abstellanlage.
Darunter ist ein Teil der Dreieich-Bahn zu sehen: links beginnend mit Sprendlingen und am rechten Ende Urberach. In der untersten Reihe ist links Dietzenbach-Steinberg und rechts Dietzenbach-Bahnhof zu sehen.
In dieser Lupenansicht ist oben Obertshausen mit den BÜ's und den Signalen, darunter links Weiskirchen bis rechts Jügesheim und ganz unten ist links Dudenhofen und rechts ist Rollwald zu sehen. In der untern Reihe ist links von Rollwald ein Teil blau eingekästelt. Dies ist der vom EBA noch nicht frei gegebene Teil des Industriegleises in Nieder Roden.
Schön zu sehen ist der freie Fahrweg (grüne Strecke) ab Jügesheim bis hinter den Rollwald (Mitte/unten bis unten/unten).
In dieser Lupendarstellung ist oben Bieber zu sehen. Darunter ist links die Abzweigung nach Offenbach-Waldhof (oben) bzw. nach Heusenstamm (unten) zu sehen. Hier ist zu sehen (grüne Linie), dass der Fahrweg hinter dem Bahnsteig Heusenstamm (unter Heusenstamm die weiß gezackten Linien stellen den Bahnsteig dar) bis über die Station Bieber hinaus frei gegeben ist. In dieser Lupenansicht ist oben Dietzenbach-Steinberg, in der Mitte Dietzenbach-Mitte und unten die eingleisige Strecke nach Dietzenbach-Bahnhof zu sehen. Ganz oben im Bild ist zu sehen, dass hinter Steinberg der Fahrweg nach Heusenstamm frei gegeben ist. Oben, links neben der weißen Bezeichnung DI-Steinberg ist als weiße gestrichelte Linie (hoch/links) die Abzweigung ins Industriegebiet zu sehen.

Besuch am 19.11.2002 im Stellwerk OSF:

Etwa 500m östlich der Station OF-Ost am
Lämmerspieler Weg steht das Stellwerk "OSF",
zwischen der S-Bahnstrecke nach Mühlheim und der
Rodgau-Bahn-Strecke.

Das Stellwerk ist seit April 1995 im Betrieb. Es
handelt sich um die Bauart SEL Alcatel Estw. EL 90.

Die Aufgabe: Durchführung und Sicherung aller Zug-
und Rangierfahrten im Bereich S-Bahn von Kaiserlei
bis Mühlheim (ab Dez. 2003 bis Ober Roden und
Dietzenbach ) Regional-Bahn von Offenbach-Ost bis
Obertshausen und Dreieichbahn von Ober Roden bis
Sprendlingen.

Hier im 2.OG befinden sich die Bedienplätze. Hinten der Platz 1, vorn der Platz 2. Beide können sich gegenseitig vertreten und die Bildschirme des anderen aufschalten. In einem Nebenraum ist ein 3. Platz für den 3. Fahrdienstleiter (Fdl) vorhanden. Dieser war durch Herrn Gerlach besetzt. Der 3. Fdl ist nur wegen der S-Bahnbautätigkeit zur Unterstützung eingerichtet und wird voraussichtlich ab Dez. 2003 wieder entfallen.

Daneben saß Herr Gläßer, der Ansager in der ZZA (Zentralen Zugaufsicht).

Als ich am 19.11.2002 das Stellwerk besuchen durfte, bestand eine 4-Mann Besetzung. Es arbeiten 14 Bedienstete im 3-Schichtbetrieb rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Die "4-Mann Besatzung" gibt es nur Mo.-Fr. von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Am Sa. und So. von 6.00 - 18.00 Uhr arbeiten 2 Fdl und nachts an allen Tagen nur 1 Fdl.

Hier steht links Herr Ruth, der zuständige
Betriebsbezirksleiter für die Bezirke Offenbach,
Rodgau und Aschaffenburg.

Am Bedienplatz 1 sitzt Herr Rieger. Er hat es in die
Wege geleitet, dass ich das Stellwerk besuchen
durfte. Auf diesem Wege nochmals: Vielen Dank.

Am Bedienplatz 2 ist Herr Gischler tätig.

Links unten ist noch ein Teil der ZF (Zugfunkanlage)  zu erkennen. Diese Zugfunkzentrale wird ebenfalls von "OSF" bedient und beinhaltet die Strecken Offenbach Hbf - Ober Roden, Neu Isenburg - Dieburg sowie Offenbach Bieber - Dietzenbach. Der Zugfunk wird zur Übermittlung schriftlicher Anordnungen (Befehle) an den Lokführer genutzt. Diese betriebswichtigen Gespräche werden auf einen Sprachspeicher aufgezeichnet, um ggf. bei Betriebstörungen, Unfällen oder sonstigen Unregelmäßigkeiten ausgewertet werden zu können (so eine Art Blackbox).

Drei der Überwachungsmonitore. Hier ist die
Überwachung des Bahnsteig 1 eingeblendet, der
Rodgau-Express fährt gerade nach Ober-Roden ab.
Diese Kamera zeigt den BÜ Dieburger Straße in Ober Roden.
Gerade ist Gleis 3 am Bahnhof OF-Ost eingeblendet. Die Monitore können beliebig geschaltet werden. Hier ist oben die zweigleisige Strecke von der Konstabler bis Kaiserlei, darunter vom Ledermuseum bis OF-Ost zu sehen. Darunter schließt die oben Strecke nach Mühlheim an, darunter die Abstell- und Wendeanlage hinter dem Stellwerk, darunter die Strecke nach Bieber (rechtes Ende ist der BÜ Waldhofstraße), darunter die eingleisige Strecke nach Mühlheim und weiter zum Hbf Hanau.
Hinter dem BÜ Waldhofstraße fährt der Rodgau-Express in einer Art Dunkelzone, außer der Kontrolle der Offenbacher Fdl. In Obertshausen ist nicht viel zu tun, dann beginnen die Bereiche der Fdl von Weiskirchen und Nieder-Roden.
Erst wieder in Ober Roden (oben im Bild) zeigt sich
der Rodgau-Express wieder. Rechts oben befindet
sich die neue Abstellanlage.
Darunter die Dreieichstrecke von Sprendlingen über
Götzenhain nach Urberach.
Dieser Monitor zeigt oben nochmals die Strecke in Bieber. Von links kommt der Zug aus OF-Ost zweigleisig. Die Zweigleisigkeit endet z. Zt. am Bahnhof vor der Dietesheimer Straße, dahinter die zwei Bahnsteige; der rote Bereich zeigt den Rodgau-Express. Dann folgt die Seligenstädter Straße. Die S-förmige grüne Linie zeigt freie Fahrt für den Rodgau-Express nach Obertshausen. Es geht darunter weiter: oben, noch grün: freie Fahrt, dann der BÜ Waldhofstraße und dann entschwindet der Zug Richtung Obertshausen ins Nichts.
Die unterste Linie zeigt von links den BÜ Siebeneichen. Dann folgt ein weiser Fleck: nach Heusenstamm und Dietzenbach. Hier ist weder in lokaler Fdl, noch eine Elektrifizierung vorhanden, so dass es von "OSF" nicht gesteuert werden kann.
Wenn ab Dezember 2003 die S-Bahn fährt, wird von hier aus alles gesteuert. Natürlich bedarf es einen Software-Update um die weisen Flecken "einzufärben".

 

Der Besuch des Stellwerks "OSF" war für mich in vieler Hinsicht sehr informativ. So erfuhr ich einiges, was ich an dieser Stelle weiter geben möchte:

-    Die S-Bahn, die um 37 Min. nach der vollen Stunde in OF-Ost eintrifft, ist kein Anschlusszug. Dies bedeutet, dass es keine Gewähr auf das Warten des Rodgau-Expresses gibt. Die Umsteigzeit von 3min ist nach den Richtlinien dafür zu knapp. In den Fahrplänen erscheint dieser Zug nicht.

-    Thema Durchsagen: ich habe gefragt, warum es nicht möglich ist, rechtzeitig Verspätungsdurchsagen durchzugeben. Aber an dem Tag, als ich das Stellwerk besuchte, gab es in Höchst eine Störung, welche sich über Frankfurt nach Offenbach durchzog. Die beiden Fdl waren mit regen Dispositionen des Betriebes (Änderung der Zugreihenfolge, Wechsel der Gleisbelegung, Absprachen mit Betriebsleitzentrale in Ffm - koordiniert den gesamten S-Bahnbetrieb im RMV) beschäftigt, um noch wenigstens einige Züge durchführen zu können. Es ist wirklich unmöglich, dass parallel dazu noch Zeit zur Verfügung steht, um Verspätungsdurchsagen durchzuführen. Hier fehlt eindeutig ein Mann.

-    Nach reellen Berechnungen wird in Ober Roden der BÜ Dieburger Straße in der Hauptverkehrszeit 40 Minuten in der Stunde GESCHLOSSEN bleiben!

-    Es passiert in der Woche 1-2 mal, dass ein Fahrgast in Offenbach als Ausgang die S-Bahnröhre wählt. Dann wird sofort die Strecke gesperrt, es muss der BSG losgeschickt werden. Die Strecke muss abgelaufen werden und erst wenn der Fahrgast wirklich nicht mehr in der Röhre ist, wird die Strecke frei gegeben. Das anschließende Problem dürfte klar sein: alle S-Bahnen verzögern sich und es kommen schnell mehrere Hundert Minuten Verspätung zusammen.

-    Gleiches gilt auch für die Rodgau-Bahn-Strecke: wenn auf dem Gleis z.B. Kinder gesehen werden (von einem Zugführer), wird die Strecke gesperrt, der BGS (Bundesgrenzschutz) fährt hin (dauert) und läuft die Strecke ab. Klar, bis dahin sind die Kinder verschwunden. Aber erst wenn die Strecke abgelaufen ist und keine Personen gefunden wurden, wird dies dem Fdl gemeldet, der dann die Strecke wieder frei gibt.

-    Zugausfälle gelangen nicht in die Verspätungsstatistik